WELTWASSERTAG 2025 – GLACIER PRESERVATION
Der Weltwassertag wird seit 1993 jedes Jahr am 22. März gefeiert und wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage für die Menschheit hervorzuheben. Wasser ist eine begrenzte und zunehmend knapper werdende Ressource. Der Weltwassertag will auf die Verantwortung im sorgsamen Umgang mit diesem wertvollen Lebensmittel erinnern.
Das Thema des Weltwassertags 2025 - Glacier Preservation - lautet übersetzt „Gletscherschutz" bzw. „Erhaltung der Gletscher". Unsere Gletscher sind ein wesentlicher Bestandteil im globalen Wasserkreislauf. Sie speichern etwa 70% des süßen Wassers der Erde. Durch den Klimawandel schrumpfen die Gletscher rapide - mit gravierenden Folgen für Ökosysteme, Wasserressourcen und die menschliche Sicherheit.
In der Steiermark gab es bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch einige wenige Gletscher in den Schladminger Tauern sowie im Bereich des Dachsteins. Als letzter Gletscher der Steiermark verschwand der Edelgrießgletscher unter den Koppenkarsteinen Anfang dieses Jahrtausends. Nunmehr zeugen in der Steiermark nur mehr Toteisreste an steilen schattigen Hängen und in kleinen Karen von der letzten Eiszeit.
Trotzdem haben Gletscher eine große Bedeutung für die Wasserversorgung in der Steiermark. Während der letzten Eiszeit schliffen Gletscher die vereisten Täler aus und transportierten das Lockermaterial talabwärts. Durch Schmelzwasser wurde dieses Material aus Sand und Schotter im unvergletscherten unteren Murtal abgelagert. Dadurch entstanden die großen oberflächennahen Porengrundwasserkörper der Steiermark: Aichfeld-Murboden, Grazer Feld, Leibnitzer Feld und Unteres Murtal, ohne die eine Wasserversorgung der steirischen Bevölkerung nicht möglich wäre.
Das Land Steiermark ist sich seiner Verantwortung bewusst, seinen Beitrag zum Erhalt der verbleibenden Gletscher zu leisten. Dazu führt Frau Landesrätin Simone Schmiedtbauer aus: „Der Schutz der Gletscher und die nachhaltige Wassernutzung sind ganz zentrale Herausforderungen. In der Steiermark setzen wir auf mehrere Maßnahmen und Initiativen: Zum einen betreiben wir wirksamen Klimaschutz mit Hausverstand, indem wir CO2 -Emissionen spürbar reduzieren. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, klimafreundliche Mobilität und Energieeffizienzprogramme bremsen wir die Erderwärmung - die Hauptursache des Gletscherschwunds. Zum anderen braucht es aber auch ein effizientes Wassermanagement: Mit neuen Speicherprojekten und nachhaltiger Bewässerung werden wir die Wasserversorgung und -verteilung auch in Zukunft sicherstellen."
Der Verlust von Gletschern stelle die Landesrätin für Wasser, Landwirtschaft und Klima in mehreren Bereichen vor enorme Herausforderungen: Bei der Wasserversorgung - Gletscher fungieren als natürliche Wasserspeicher - in der Landwirtschaft - die Verschiebungen von Niederschlagszeiten und -mengen - und in der Energiewirtschaft - der Rückgang der Gletscher verändert auch den Wasserabfluss und kann dadurch die Stromproduktion beeinflussen. Schmiedtbauer: „Deshalb müssen wir uns auch darauf vorbereiten, wie wir die negativen Auswirkungen, die das Schmelzen der Gletscher mit sich bringt, bestmöglich ausgleichen können."
Die wichtigsten Fakten über den Gletscherschwund und seine Auswirkungen:
Der Massenverlust der Gletscher hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, was hauptsächlich auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen ist.
- Gletscher speichern etwa 70 % des weltweiten Süßwassers und sind damit das größte Süßwasserreservoir der Erde.
- Fast 2 Milliarden Menschen sind auf Gletscher-, Schneeschmelz- und Gebirgswasser als Trinkwasser, in der Landwirtschaft und zur Energiegewinnung angewiesen.
- Die zunehmende Gletscherschmelze trägt erheblich zum globalen Meeresspiegelanstieg bei.
- Gletscher reflektieren aufgrund ihrer hellen Oberfläche das Sonnenlicht und tragen so zur Regulierung der Temperatur auf der Erde bei.
- Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C könnte die Gletscher in zwei Dritteln der Welterbestätten retten.